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Was Sie über Vitamin E wissen sollten

Neue Untersuchungen belegen: Alpha-Tocopherol ist kein Allheil- oder Wundermittel, aber dennoch sehr wichtig für unsere Gesundheit.

Vitamin E gehört zu den am häufigsten untersuchten Vitaminen. Etwa 40.000 wissenschaftliche Arbeiten haben die Wirkung der Tocopherole unter die Lupe genommen. Noch vor einigen Jahren als das Vitamin für ewige Jugend, Manneskraft und Fruchtbarkeit gefeiert, hat sich inzwischen bei vielen Forschern Ernüchterung eingestellt. Dass Vitamin E kein Wundermittel ist, belegt u. a. eine neue Auswertung der Women's Health Study im amerikanischen Ärzteblatt JAMA (2005, Bd. 294).

Sie ergab, dass durch die Einnahme von Vitamin E weder Herzinfarkte noch Schlaganfälle verhindert werden können. Auch die Hoffnungen auf eine Krebs-schützende Wirkung haben sich nicht erfüllt, wie Wissenschaftler von der renommierten Harvard Universität in Boston herausfanden. Allerdings wissen Forscher auch immer wieder von positiven Wirkungen zu berichten. So bietet das Antioxidanz anscheinend einen gewissen Schutz vor Muskelleiden (Myopathien), Koordinationsstörungen von Bewegungsabläufen (Ataxien), Netzhauterkrankungen (Retinopathien) und möglicherweise Diabetes. Auch entzündliche Gelenk-Erkrankungen, wie z. B. Rheumatoide Arthritis, können durch höhere Dosen Vitamin E günstig beeinflusst werden.

Warum braucht mein Körper überhaupt Vitamin E?
Als so genanntes Antioxidanz schützt Vitamin E unseren Körper vor aggressiven Freien Radikalen und dient damit quasi als "Rostschutzmittel" für unsere Zellen. Es unterstützt unser Immunsystem bei der Bildung von natürlichen Antikörpern, fördert den Energiestoffwechsel, sorgt für gesundes Gewebewachstum und Gesundheit der roten Blutkörperchen. Außerdem kann es Fett in Energie umwandeln.

Wie hoch ist der Tagesbedarf?
Gemäß den Referenzwerten der deutschsprachigen Ernährungsgesellschaften sollten Frauen bis 65 Jahre täglich 12 Milligramm und Männer 13 bis 15 mg (RRR-)Alpha-Tocopherol zu sich nehmen. Hierbei handelt es sich jedoch nur um Richtwerte, da der tatsächliche Bedarf von zahlreichen Faktoren (z. B. Ernährungsgewohnheiten, Lebensstil, Umwelt- und Stressfaktoren, Schwangerschaft, Stillzeit ) abhängt. 1 mg RRR-alpha-Tocopherol entspricht 1,49 Internationalen Einheiten (I. E.).

Warum heißt Vitamin E auch Tocopherol?
Der Begriff leitet sich ab aus den griechischen Wörtern "tocos" (Geburt) und "pherein" (hervorbringen") und geht auf seine Entdeckung im Jahr 1922 zurück, nach der Ratten mit Vitamin E-Mangel keine lebenden Jungen zur Welt brachten.

Warum ist natürliches Vitamin E besser?
Normalerweise unterscheidet sich die Struktur von natürlichen Vitaminen aus Lebensmitteln nicht von chemisch hergestellten. Vitamin E bildet eine Ausnahme: Natürliches Vitamin E (RRR-Alpha-Tocopherol) besteht aus einem einzigen Stereoisomer - eine Verbindung, die unser Körper etwa doppelt so gut verwerten kann wie synthetisch hergestelltes Vitamin E, das aus acht verschiedenen Stereoisomeren besteht. Daher sollte auch in Nahrungsergänzungsmitteln natürliches Alpha-Tocopherol bevorzugt werden.

Wann sollte ich zusätzlich Vitamin E einnehmen?
Bei gesunden Menschen mit einer ausgewogenen Ernährung ist eine zusätzliche Vitamin E-Zufuhr normalerweise nicht nötig. Allerdings kann es bei Störungen der Fettaufnahme und -verdauung (z. B. Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder Gallenblase) zu Mangelerscheinungen kommen. In diesem Fall ist eine Absprache mit dem Arzt sinnvoll.

Gibt es Wechselwirkungen mit anderen Mitteln?
Vitamin E kann zusammen mit Eisen im Darm einen Komplex bilden, der beide Substanzen wirkungslos macht. Aus diesem Grund sollten Menschen, die Eisen-Präparate einnehmen, dabei immer einen zeitlichen Abstand von zwei Stunden zu den Mahlzeiten einhalten.

In welchen Lebensmitteln kommt Vitamin E vor?
Das Vitamin kommt sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Lebensmitteln vor. Als fettlösliches Vitamin muss es immer mit etwas Fett aufgenommen werden. Das ist jedoch kein Problem, steckt doch vor allem in pflanzlichen Ölen reichlich Vitamin E. Eine gute Quelle sind auch Hülsenfrüchte, Samen, Nüsse und Gemüse (s. a. untenstehende Tabelle). Auch tierische Lebensmittel, wie Fisch, Eier und Butter, enthalten Vitamin E - allerdings meist nur wenig des höherwertigen Alpha-Tocopherols.

Was passiert, wenn ich zuviel Vitamin E aufnehme?
Über die normale Ernährung werden üblicherweise keine schädlichen Mengen erreicht. Selbst höhere Dosen infolge der Einnahme eines Vitamin E-Präparats sind - im Gegensatz zu den anderen fettlöslichen Vitaminen A und D - relativ unproblematisch. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat jetzt für 16 Nährstoffe die Menge festgelegt, die auch bei langfristiger täglicher Aufnahme keine Gesundheitsrisiken birgt. Im Fall von Vitamin E liegt dieser Wert für erwachsene, gesunde Menschen bei 300 mg/Tag, das entspricht dem 20- bis 25-fachen der empfohlenen Tagesdosis.

Was sollte man in der Küche beachten?
Vitamin E ist relativ hitzestabil. Entsprechende Lebensmittel können also durchaus gekocht (am besten nur kurz gedünstet) werden. Absolut schädlich ist jedoch das Raffinieren von Speiseölen. Daher möglichst kalt gepresste (Keim-)Öle kaufen. Da Vitamin E empfindlich auf Licht und Sauerstoff reagiert, die Öle in dunklen und fest verschlossenen Flaschen aufbewahren.

Quelle: Medical Mirror 01/2006

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