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Stressdepression: Das unterschätzte Leiden

Neue Erkenntnisse belegen: Anhaltende psychische Belastungen können zu Depressionen und schweren körperlichen Erkrankungen, wie z. B. Herzinfarkten, führen. Ein Psychiater beschreibt, was man dagegen tun kann.

Mindestens vier Millionen Menschen leiden hierzulande unter behandlungsbedürftigen Depressionen. Frauen sind dabei etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Ein wichtiger Grund für die steigende Anzahl von Depressionen scheint dauerhafter Stress zu sein. Der Psychiater Professor Dr. Otto Benkert spricht in diesem Zusammenhang bereits von der Stressdepression als einer neuen Volkskrankheit. Danach sind nicht nur Druck in der Arbeitswelt und alltäglicher Ärger, sondern auch Lebenseinschnitte und Schicksalsschläge (z. B. Tod einer nahestehenden Person, Trennung vom Lebenspartner oder eine schwere Erkrankung) sowie Ängste wichtige Ursachen für die Entwicklung einer Stressdepression.

Was viele Menschen unterschätzen: Dauerhafter Stress kann direkt oder über den Umweg der Stressdepression zu schweren körperlichen Erkrankungen führen. Neue Erkenntnisse hierzu liefert u. a. die so genannte Interheart-Studie. Sie hat ergeben, dass Stress und Depressionen einen ebenso wichtigen Risikofaktor für einen Herzinfarkt darstellen wie Bluthochdruck oder Übergewicht. Doch wie erkennt man, ob man gefährdet ist?

Mögliche Warnzeichen sind folgende Depressions-Symptome:

Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit oder Angstgefühle. Aufmerksam sollte man auch werden, wenn einem Dinge, die einem sonst Spaß machen, keine Freude mehr bereiten. Zu den weiteren Anzeichen zählen fehlender Antrieb, Energielosigkeit, ungewohnt rasche Ermüdung, mangelndes Selbstvertrauen, keinen Sinn mehr im Leben sehen oder Teilnahmslosigkeit. Nicht zuletzt können Konzentrations- und Durchschlafstörungen, Appetitmangel oder fehlendes sexuelles Interesse auf eine Stressdepression hindeuten. "Wenn solche Symptome, über den Zeitraum eines ganzen Jahres gesehen, zwei Wochen lang jeden Tag hintereinander aufgetreten sind und so gar nicht zum sonstigen Verhalten und der Persönlichkeit passen, sollte man Hilfe suchen.", rät Prof. Benkert. Wichtig sei dies vor allem dann, wenn einem alles sinnlos erscheint oder man sogar Selbstmordgedanken hat.

In vielen Fällen kann man jedoch auch selbst etwas gegen den Dauerstress und seine Folgen tun. Prof. Benkert empfiehlt u. a. folgende Maßnahmen:

Zäsuren setzen: Sorgen Sie durch Ordnung in vielen Lebensbereichen für eine Struktur im Alltag - egal, ob Sie Ihren Schreibtisch aufräumen oder den Garten von Unkraut befreien. Eine solche Tätigkeit lenkt ab und beruhigt. Gehen Sie eine halbe Stunde am Tag spazieren. Der veränderte Körperrhythmus lässt die Gedanken wieder frei fließen. Sorgen Sie zudem für ausreichend Schlaf. Auch ein kurzes Nickerchen am Mittag wirkt Wunder.

Für Entspannung sorgen: Besonders einfach, aber wirkungsvoll ist die progressive Muskelentspannung. So geht's: Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit nacheinander auf die jeweilige Körperregion, spannen Sie die Muskeln an und halten Sie die Spannung für 10 Sekunden. Loslassen und 45 - 60 Sekunden nachspüren. Zweimal am Tag jeweils 15 Minuten üben.

Ausreichend bewegen: Regelmäßige körperliche Bewegung hilft sowohl gegen Stress als auch gegen Depressionen. Besonders sinnvoll sind Ausdauersportarten im Freien (am besten bei Tageslicht), wie z. B. Walken, Joggen oder Rad fahren - idealerweise 3- bis 5-mal pro Woche für mindestens 30 Minuten.

Quelle: Medical Mirror 01/2006

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