Der Darm: Schlüssel für Gesundheit und Wohlbefinden
(am) Lange Zeit galt der Darm als "Schmuddelkind", haftete ihm als Ausscheidungsorgan doch etwas Schmutziges und Abstoßendes an.
Inzwischen hat sich sein Image stark verändert. Der Darm rückt zunehmend in den Mittelpunkt, wenn es um Gesundheit und Wohlbefinden geht. Auch das Thema Darmpflege ist längst kein Tabuthema mehr.
Riesenschlange mit Multifunktion
Die Maße des Darms beeindrucken: Bei einem Erwachsenen misst er etwa acht Meter Länge, vollständig ausgebreitet nimmt er eine Fläche von bis zu 400 Quadratmetern Oberfläche ein. In punkto Aufgabengebiet entpuppt sich der Darm als wahres Multitalent. Er spaltet Fette, Kohlenhydrate und Eiweiße, nimmt Nährstoffe auf, bildet lebensnotwendiges Vitamin K und entzieht dem Nahrungsbrei Wasser und Salze. Zudem ist der Darm das größte Immunorgan des menschlichen Körpers. Über 70 Prozent der Abwehrzellen sitzen hier. Sein feines Nervengeflecht enthält außerdem rund 100 000 Millionen Nervenzellen. Das sind mehr, als das gesamte Rückenmark besitzt. Das geflügelte Wort von den Entscheidungen, die "aus dem Bauch heraus" getroffen werden, hat also durchaus seine Berechtigung.
Volksleiden Verstopfung
Wie stark der Darm Einfluss auf unser Wohlbefinden nimmt, merken wir am besten daran, wenn er einmal nicht so funktioniert, wie er es sollte. Verstopfung, Durchfall und Blähungen sind Beschwerden, die wohl jeder schon einmal kennen gelernt hat. Besonders Verstopfung ist ein weit verbreitetes Leiden. Jede dritte Frau und jeder sechste Mann in Deutschland haben Probleme mit ihrer Verdauung und können nicht regelmäßig abführen. Die Ursachen liegen meist in der modernen Lebensweise mit ballaststoffarmer Ernährung und mangelnder Bewegung.
Tipps für einen gesunden Darm
Der Darm trägt entscheidend zur Gesundheit bei. Seine dichte Bakterienflora von schätzungsweise 100 Billionen Bakterienzellen verhindert, dass sich unliebsame Bakterien ausbreiten können. Als Ausscheidungsorgan entsorgt er giftige Substanzen, die der Körper nicht mehr benötigt und ihm schaden können. Das tut dem Darm gut:
* Regelmäßig Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Gemüse essen, den Konsum von Fleisch, Zucker und Weißmehl einschränken. Tipp: Langsam an ballaststoffreiche Kost gewöhnen, sonst können unangenehme Blähungen auftreten.
* Öfter Sport treiben. Er regt den Stoffwechsel an. Beanspruchte Bauchmuskeln massieren den Darm und helfen ihm, aktiv zu werden.
* Auf regelmäßigen Stuhlgang achten. Hilfreich sind ausreichend Zeit und geregelte Abläufe am Morgen. Tipp: Ein Glas warmes Wasser auf nüchternen Magen trinken.
* Abführmittel nur in Einzelfällen einnehmen. Der langzeitige Gebrauch von Laxanzien kann zu einer regelrechten Abhängigkeit führen.
* Reize des Darms nicht verkneifen. Wird dies zur Gewohnheit, trainiert man dem Darm seine Verdauungstätigkeit regelrecht ab.
* Seelische Ausgeglichenheit suchen. Wer psychisch schnell verkrampft, macht auch physisch eher zu und neigt häufiger zu Verstopfung.
* Joghurt enthält lebende Milchsäurebakterien, die gesundheitsfördernd wirken. Rechtsdrehende L(+)-Milchsäuren können vom Darm besonders gut aufgenommen werden. Probiotische Joghurts helfen, die Darmflora bei Durchfall und einer Antiobiotika-Therapie wieder aufzubauen.
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