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Sport-Tipps für Schwangere

Schwangere brauchen auf körperliche Bewegung nicht zu verzichten. Im Gegenteil: Sport hat sogar zahlreiche Vorteile - vorausgesetzt, die werdende Mutter übertreibt es nicht.

Während vor einigen Jahren noch geraten wurde, sich möglichst zu schonen, gilt Sport während der Schwangerschaft inzwischen als empfehlenswert. "Bei einer ansonst gesunden Frau scheint ein moderates Trainingsprogramm keinen signifikanten Einfluss auf die Schwangerschaft zu haben, was den Fötus betrifft", sagt Dr. Mary O'Sullivan, Gynäkologin und ehemalige Professorin an der Universität von Florida in Miami.

So zeigen neuere Studien, dass weder Herzfrequenz des Babys noch die mütterliche Plazenta beeinträchtigt werden, wenn eine gesunde Frau mäßig trainiert. Das Gegenteil ist der Fall: Körperliche Aktivität kann sowohl den Schwangerschaftsverlauf als auch die Geburt deutlich erleichtern. Regelmäßiges Training hilft, den Energiepegel aufrecht zu erhalten und die Veränderungen des Körpers besser zu verkraften. Auch das Risiko für Komplikationen, wie zum Beispiel ein Schwangerschafts-Diabetes oder eine Eklampsie (schwere Krampf-Anfälle, oft bei Bluthochdruck) kann hierdurch sinken.

Trotz aller Vorteile: Werdende Mütter sollten es nicht übertreiben und die Belastungsintensität ihrem Befinden anpassen. Verzichten Sie auf das Training, wenn Sie sich unwohl fühlen und fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Frauenarzt. Lassen Sie sich vor dem Sport gründlich ärztlich untersuchen. Das gilt insbesondere dann, wenn sie eine Hochrisikoschwangerschaft haben, im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel Blutungen auftreten oder sie unter einer Herzerkrankung leiden. Vorsicht ist auch geboten bei einer schweren Anämie, einem schlecht eingestellten Bluthochdruck, Typ 1-Diabetes sowie Übergewicht oder wenn sie bisher keinen Sport getrieben haben.

Was Sie sonst noch beachten sollten:

* Schwangere sollten nicht auf dem Rücken liegend trainieren. Grund: das Gewicht des Babys kann auf die Lungen und Arterien drücken.

* Während der Schwangerschaft kann sich durch den wachsenden Bauch die Balance des Körpers verändern. Daher sollten Mütter auf Übungen besser verzichten, die ein hohes Maß an Gleichgewichtssinn erfordern, wie z. B. Geräteturnen.

* Auch Sportarten, die die Gelenke belasten, sollten tabu sein. So wird während der Schwangerschaft das Hormon Relaxin ausgeschüttet, das die Gebärmutter entspannt, um Platz für den wachsenden Fötus zu schaffen. Dies kann auch die Festigkeit der Sehnen und Gelenke negativ beeinflussen.

* Neben dem Herz sollten Frauen vor allem folgende Muskelgruppen trainieren: die Rückenmuskulatur, den Beckenboden und den Bauch.

* Besonders empfehlenswert sind Sportarten, wie zum Beispiel Schwimmen, Walken oder Radfahren, da sie Rücken und Gelenke schonen.

* Als Ergänzung hierzu ist Yoga für Schwangere ideal. Grund: Die Atem- und Körperübungen reduzieren Stress und verbessern das seelische Wohlbefinden.

* Nicht empfehlenswert sind Kontakt-Sportarten oder Aktivitäten, die ein gewisses Sturzrisiko haben und so dem Ungeborenen schaden können (z. B. Fußball oder Basketball, Schläger-Sportarten, alpines Skilaufen oder Reiten).

Quelle: Medical Mirror 04/05

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